AIK
Akiv im Kiez e.V.
Aktuelles aus dem Kiez
 

Arm trotz Arbeit

 

Immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland gehen für wenig Geld arbeiten, ihre Zahl hat sich in den vergangen zehn Jahren stark erhöht. Auch 24% unserer Nachbarn im Sprengelkiez gehören zu den so genannten Aufstockern.

 

Das Problem: Viele können von dem Geld nicht mehr leben. Trotz Arbeit sind viele Menschen auf finanzielle Hilfen angewiesen.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen sind, ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Das geht aus einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB)

Trotz Arbeit haben viele Deutsche zu wenig Geld zum Leben

Mehr als jeder fünfte Arbeitnehmer in Deutschland arbeitet mittlerweile im Niedriglohnsektor, das sind insgesamt über 6,5 Millionen Menschen. Das geht aus einer Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg hervor. Dabei beobachten die Forscher einen Trend zu sinkenden Durchschnittslöhnen. „In Deutschland ist das Lohnspektrum nach unten in einem Ausmaß ausgefranst, das in anderen Ländern auf Grund von Mindestlöhnen nicht möglich wäre“, kritisieren sie.

Die höchste Quote habe mit 6,5 Prozent in Berlin gelegen, gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 5,5 Prozent. In Sachsen seien es 4,8 Prozent gewesen. Der Übergang aus dem Fürsorgesystem in die Erwerbstätigkeit gelinge im Hartz-IV-System genauso selten wie bei der früheren Sozialhilfe, heißt es in dem Papier.
Allein zwischen 1995 und 2007 habe sich die Zahl der Niedriglohnbeschäftigten um rund 2,1 Millionen erhöht, das entspricht einem Zuwachs um 49 Prozent. Die Berechnungen zeigen außerdem, dass die Durchschnittslöhne von Niedriglohnbeschäftigten in den vergangenen zwölf Jahren inflationsbereinigt nicht gestiegen und in Westdeutschland sogar nominal gesunken sind. Danach arbeitet jeder Niedriglohnbeschäftigte für weniger als sechs Euro brutto. Knapp ein Viertel der Beschäftigten verdient trotz voller Arbeitszeit nicht mehr als 800 Euro brutto im Monat.

Selbst wenn der Übergang in eine sozialversicherte Beschäftigung geschafft sei, „ist sie meist nicht von langer Dauer“, laut DGB-Arbeitsmarktexperte Wilhelm Adamy. Nur etwa die Hälfte der Betroffenen sei sechs Monate später noch beschäftigt, während die anderen oft wieder arbeitslos würden. Viele würden in Leiharbeit oder andere befristete Arbeitsverhältnisse vermittelt.
Von den Aufstockern verdienten im Osten 39,2 Prozent unter fünf Euro und nochmals 37,3 Prozent zwischen fünf und 7,50 Euro. Im Westen lägen die entsprechenden Anteile bei 29,5 und 28,3 Prozent. Das Armutsrisiko ist laut der Studie in dieser Bevölkerungsgruppe mit 14,3 Prozent mehr als doppelt so hoch wie bei den abhängig Beschäftigten, von denen sechs Prozent armutsgefährdet seien.

 

Aus der Studie des DIW, dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung:

 

Die Armutsgrenze wird im Hinblick auf die Verfügung über weniger als 60 Prozent eines mittleren Einkommens angesetzt(Durchschnittsverdienst in Deutschland rund 1.350 Euro). Somit lagen rund 11,5 Millionen Bürger im Jahr 2008 an der Armutsgrenze oder lebten bereits in Armut. Kinder und Jugendliche seien besonders von der Armut betroffen, (im Sprengelkiez leben 69% der Kinder in Kinderarmut). Von den jüngeren Erwachsenen zwischen 19 und 25 Jahren seien knapp ein Viertel gefährdet, in Armut leben zu müssen. Auch mit zunehmender Anzahl der Kinder wachse bei den Familien gleichzeitig die Gefahr der Armut. Der Armutsanteil von Familien mit 3 Kindern liegt nach der Studie bei 22 Prozent.
Bei den Bürgern über 70 Jahren und bei alleinstehenden Frauen erhöht sich das Risiko der Altersarmut in deutlichem Maße. Von den Frauen, die im Alter allein leben, liegen fast ein Fünftel unterhalb der Armutsgrenze, (im Sprengelkiez leben 13% der Senioren in Altersarmut was in den nächsten Jahren durch die hohe Arbeitslosigkeit noch mal drastisch steigen wird).

Text zum Teil aus dem Internet überarbeitet von Siemen Dallmann





Volksbegehrens

„Schluss mit Geheimverträgen – Wir Berliner wollen unser Wasser zurück“

 

1999 wurden die Berliner Wasserbetriebe zu 49,9% an RWE Aqua und Veolia Wasser verkauft – die größte Teilprivatisierung in Europa. Die traurige Bilanz: Arbeitsplätze werden abgebaut, Wasserwerke geschlossen und im internationalen Städtevergleich zahlen wir mit die höchsten Wasserpreise. Ursache dieses Übels sind Geheimverträge mit unverschämt hohen Gewinngarantien, die zu Lasten von uns Bürgerinnen und Bürgern abgeschlossen worden sind.

Solange die Geheimverträge nicht angefochten werden, bestehen die Konzerne RWE Aqua und

Veolia Wasser auf ihre vertraglich garantierten Gewinne. Daher ist die Offenlegung der Geheimverträge von zentraler, strategischer Bedeutung.

 

 

 

 

Damit ihr wisst, worum es geht: Der Gesetzestext des Volksbegehrens

 

„Gesetz für die vollständige Offenlegung von Geheimverträgen zur Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe“

§ 1 Offenlegungspflicht

1. Alle Verträge, Beschlüsse und Nebenabreden, die im Zusammenhang mit der Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe stehen und zwischen dem Land Berlin und den privaten Anteilseignern geschlossen worden sind, sind gemäß § 2 dieses Gesetzes vorbehaltlos offen zu legen. Satz 1 wie die folgenden Rechtsvorschriften gelten auch für zukünftige Verträge, Beschlüsse und Nebenabreden.

2. Von der Offenlegung ausgenommen sind personenspezifische Daten natürlicher Personen.

3. Das Vorliegen des Ausnahmevorbehalts des Absatzes 2 wird vom Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit festgestellt. Er ist berechtigt, die entsprechenden Daten zu schwärzen.

§ 2 Bekanntmachungen

Die öffentliche Bekanntmachung erfolgt unmittelbar nach Abschluss der Verträge, Beschlüsse und Nebenabreden im Amtsblatt für Berlin. Zusätzlich sind die Dokumente des Satzes 1 auf dem Eingangsportal des Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Satz 1 und 2 gelten für bereits abgeschlossene Verträge, Beschlüsse und Nebenabreden entsprechend.

§ 3 Zustimmungs- und Prüfungspflicht

Alle Verträge, Beschlüsse und Nebenabreden gemäß § 1 dieses Gesetzes sowie Änderungen bereits bestehender Verträge, die den Haushalt Berlins auch hinsichtlich möglicher zukünftiger Folgen im weitestgehenden Sinne berühren könnten, bedürfen der Zustimmung des Abgeordnetenhauses von Berlin. Bestehende Verträge, Beschlüsse und Nebenabreden bedürfen einer eingehenden, öffentlichen Prüfung und öffentlichen Aussprache durch das Abgeordnetenhaus unter Hinzuziehung von unabhängigen Sachverständigen. Für die Prüfung der Verträge ist dem Abgeordnetenhaus eine Frist von

mindestens sechs Monaten einzuräumen.

§ 4 Unwirksamkeit

Verträge, Beschlüsse und Nebenabreden, die nicht im Sinne dieses Gesetzes abgeschlossen und offen gelegt wurden, sind unwirksam. Bestehende

Verträge sind unwirksam, wenn sie innerhalb von einem Jahr nach Inkrafttreten dieses Gesetzes nicht offen gelegt werden.

§ 5 Inkrafttreten

Dieses Gesetz tritt am Tag nach der Verkündung im Gesetz- und Verordnungsblatt für Berlin in Kraft.

 

Am 6. Okt. 2009 hat der Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin den Antrag auf Zulassung des

Volksbegehrens für zulässig erklärt. Seit Wochen stehen alle in den Startlöchern, und nun ist es endlich so weit: In einer Frist von vier Monaten müssen über 170.000 gültige Unterschriften gesammelt werden. Mit der Hilfe vieler Sammlerinnen und Sammler hoffen wir auf einen Schneeballeffekt, wenn immer mehr Menschen unser Anliegen teilen und ihrerseits selbst zur Sammlung beitragen. Jeder kann bei sich im Haus mit einer Unterschriftenliste seine Nachbarn um Unterstützung mit einer Unterschrift bitten. Der Bürgerverein „Aktiv im Kiez e.V.“ unterstütz das Volksbegehren weil wir der Meinung sind, dass wir Menschen im Sprengelkiez auch von den Wasserpreisseigerungen betroffen sind. Wir bitten euch alle unterstützt mit eurer Unterschrift das Volksbegehren. Wer unterschreiben möchte kann dies Mo. – Fr. in der Zeit von 15.00 – 18.00 Uhr auf dem Leopoldplatz tun, oder täglich im Nachbarschaftsladen in der Sprengelstraße 15. Wer weitere Infos braucht oder Unterschriftslisten kann gerne zu uns in den Nachbarschaftsladen kommen.

Aktiv im Kiez  e.V. wird nach den Sommerferien die beiden Filme „Wasser unterm Hammer“ und „David gegen Goliat“ im Kiez zeigen. Der erste Film beschäftigt sich mit der Privatisierung von Wasser und ihre Auswirkungen für die Bevölkerung an Beispielen in Berlin und London und anders wo. Der zweite Film zeigt an hand eines Beispiels aus der USA, wie Nachbarn ihr Wasserwerk zurück  vordern und dafür kämpfen. Wir werden hierzu auch jemand vom Wassertisch einladen, der unsere Fragen zur Privatisierung und den Volksbegären beantworten kann.



 

 

Die Geschröpften sind wieder mal die Ärmsten

Herr Westerwelle setzt sich beim Sparkurs der Bundesregierung durch.

 

Von Siemen Dallmann

 

Sparen laut Wikipedia ist das Zurücklegen momentan freier Mittel zur späteren Verwendung. Häufig wird durch wiederholte Rücklage über längere Zeit ein Betrag angespart, der dann für eine größere Ausgabe verwendet werden kann.

In der Politik wird häufig von Sparen geredet, wenn in Wirklichkeit Ausgabenkürzungen gemeint sind.

 

Wo soll jetzt laut Frau Merkel und Herr Westerwelle gekürzt werden?

 

 Damit gerade älteren Arbeitslosen der Übergang vom Arbeitslosengeld I ins Arbeitslosengeld II (Hartz IV) nicht so schwer fällt, erhalten Erwerbslose bis jetzt Zuschläge für zwei Jahre. Für Alleinstehende gibt es im ersten Jahr bis zu 160 Euro monatlich, im zweiten bis zu 80 Euro. Verheiratete erhalten das Doppelte. Diese Zuschläge sollen ersatzlos werden gestrichen.
Bei Hartz-IV-Empfängern werden auch die Beiträge zur Rentenversicherung eingespart. Dies ist besonders für ältere Arbeitslose sehr tragisch, die Grundsicherung im Alter (etwa Hartz IV Nivo) lässt Grüßen.
Auch soll für Empfänger von ALG II das Elterngeld von 300 Euro monatlich gestrichen werden, die leittragenden sind wieder mal die Kinder, auch bei uns im Kiez. Die Kinderarmut bei uns liegt schon weit über 60% Tendenz steigend.  
Die Arbeitslosenversicherung soll künftig ohne Darlehen oder Zuschüsse auskommen. Eine Erhöhung des Beitragssatzes über drei Prozent wird immer wahrscheinlicher. Die Bundesagentur für Arbeit soll Leistungen stärker nach eigenem Ermessen gewähren.
Die Lohnersatzleistung soll moderat gekürzt werden. Zwar will die Koalition den Höchstbetrag von maximal 1800 Euro im Monat nicht antasten. Doch werden künftig nur noch 65 statt 67 Prozent als Berechnungsgrundlage genommen, wenn das Nettoeinkommen über 1240 Euro im Monat beträgt.
Auch soll der Heizkostenzuschuss für Wohngeldempfänger gestrichen werden, auch hier trifft es wieder die sehr hart, die schon am wenigsten haben.

Natürlich kritisieren SPD, Grüne und die Linke das Sparpaket der Regierung. Doch nun schlägt auch der Wirtschaftsflügel der Union Alarm, weil ihm das Programm sozial zu wenig ausgewogen ist. Der Ruf nach einem größeren Beitrag der Gutverdiener und Reichen wird laut. In der CDU wird auch laut über die Erhöhung des Spitzensteuersatzes für Reiche nachgedacht. Hier hat sich aber Herr Westerwelle für seine Wähler und auch Spender stark gemacht und das verhindert. Die FDP ist noch immer nicht in der Realität angekommen und in meinen Augen nicht Regierungsfähig. Die Regierung sollte für das ganze Volk da sein und nicht nur für einige wenige.
Auch der Bundestagspräsident Norbert Lammert hat das Sparpaket der Regierungskoalition kritisiert. „Als Signal für die Notwendigkeit einer breiten, gemeinsamen Anstrengung in unserer Gesellschaft hätte ich mir gewünscht, dass auch die Spitzeneinkünfte einen besonderen Beitrag zu leisten haben“, sagte der CDU-Politiker. Ein solcher Beitrag wäre „ganz sicher nicht konjunkturschädlich gewesen“, sagte Lammert.
Sie rufen uns zu Sparen, Sparen und noch mal Sparen, wenn aber Frau Merkel und ihre Mannen Geld brauchen ist immer noch was zu finden. Leider gerät im Moment  alles durch unser WM Fieber in Vergessenheit. Bin mal gespant was als nächstes kommt.

 

 

Wird es ÖBS bald nicht mehr geben?


Umverteilung von Mitteln der Bundesagentur zwingt auch in Mitte zum vorläufigen Stopp beim Öffentlichen Beschäftigungssektor (ÖBS).

 Von Siemen Dallmann

Der Ausbau des Öffentlichen Beschäftigungssektors in Berlin ist vorerst gestoppt. Rund 7500 Stellen für Langzeitarbeitslose mit drei Vermittlungshemmnissen gab es Ende 2009 in Berlin, 10 000 sollten es noch werden. Im Bezirk Mitte geht es um ca. 500 Stellen wovon sich einige auch bei uns im Sprengelkiez befinden. Die meisten der Langzeitarbeitslosen sind froh, wieder eine sinnvolle Beschäftigung zu haben, die nicht nur ein paar Euro einbringt, sondern auch Spaß macht.

Vieles wurde auch bei uns erst möglich, was in ehrenamtlicher Arbeit so nicht machbar gewesen wäre. In ÖBS-Stellen in Berlin arbeiten Langzeitarbeitslose als Mobilitätshelfer, in der Nachbarschafts- und schulischen Bildungsarbeit und zur Unterstützung der Integration von Migranten, und Stadtteilzentren so wie in der Kinder und Jugendarbeit usw. Es gab und gibt noch viel Arbeit die sonst keiner macht.

Mit den noch zu Verfügung stehenden Mitteln ist die Unterstützung von Langzeitarbeitslosen für rund zwei Jahre gesichert, gehofft wurde aber auf mehr. Fest steht zwar, dass die bereits geschaffenen und besetzten Stellen 2010 weiter laufen können, aber keine neuen Stellen mehr im ÖBS zusätzlich nach der BEZ-Förderung geschaffen werden können.

Auch scheint eine Verlängerung ins 3. Jahr erst mal nicht möglich zu sein.

Hintergrund ist die reale Kürzung des Beschäftigungszuschusses (BEZ) um 26 Prozent. Mit diesen Bundesmitteln, die über die Regionaldirektion Berlin-Brandenburg ausgezahlt werden, wird das Gro der Berliner ÖBS-Stellen finanziert. Um die bisher geschaffenen Stellen zu sichern, will Berlins Arbeitssenatorin Carola Bluhm nun auf ein anderes Förderinstrument der Bundesagentur ausweichen. Ob diese Option funktioniert ist noch nicht endgültig geklärt.

Dass die Bundesregierung eine ganz andere Vorstellung von Arbeitsmarktpolitik hat und vom ÖBS gar nichts hält, war bekannt. Im Koalitionsvertrag ist auf der Seite 81 festgehalten: „Wir wollen die Vielzahl der bestehenden Arbeitsmarktinstrumente deutlich reduzieren“. Leider wird in Teilen der SPD der Öffentlichen Beschäftigungssektor (ÖBS) auch als ein zu teures Arbeitsmarktinstrumente gesehen. Dennoch kommt die nun durch eine Verordnung aus dem Bundesarbeitsministerium eingeleitete Neuverteilung der Mittel für die Arbeitsagenturen überraschend. Es ist ein böses Erwachen für Rot-Rot in Berlin, denn die wirklichen Kürzungen der genutzten Bundesinstrumente drohen erst noch. Genaueres ist noch nicht zu erfahren, aber alle Andeutungen deuten auf größere Kürzungen hin. »Die Zahl der Programme muss insgesamt reduziert werden«, hatte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel immer wieder betont. Die Politik fordert von ALG II Empfänger immer wieder Arbeitszwang, streicht aber gleichzeitig Förderprogramme die gerade für unqualifizierte und ältere Langzeitarbeitslose die einzige Chance auf einen Arbeitsplatz sind. Hier muß ein Umdenken statt finden, es heißt ja nicht „Fordern und Fordern“ sondern Fördern und Fordern.

 

5 Jahre Hartz IV

 

Siemen Dallmann von Arbeitslose helfen Arbeitslosen Wedding

 

AhA ist eine Initiative von Betroffenen für Betroffene im Sprengelkiez

Am 01.01.2010 feierte die Arbeitsmarktreform ihr fünfjähriges Jubiläum. Allein in Berlin waren im Dez. 2009, 560000 Menschen von Hartz IV betroffen. Bei uns im Sprengelkiez sind ca. 38% der hier lebenden Menschen betroffen. In Berlin werden sie von zwölf Jobcenters betreut, die von den Bezirken und der Agentur für Arbeit getragen werden. Deshalb gibt es nur einen Bescheid für die Bundesleistungen (ALG II) und die kommunale Unterstützung (Mietkosten). Dies wird sich nach der Neuorganisation der Jobcenter ändern. Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) befürchtet, dass dann die Zahl der Klagen weiter zunehmen und aus einer „Klagewelle ein Klagetsunami“ wird.

Seit 56 Jahren gibt es in Deutschland Sozialgerichte. Noch nie hatten sie so viel zu tun, wie heute!300 Mitarbeiter, darunter 102 Richter, kämpften sich 2009 im bundesweit größten Sozialgericht in der Invalidenstraße (Mitte) durch exakt 26 748 Hartz-IV-Klagen, das waren 5000 Klagen mehr als 2008 das ist eine Zunahme von 25%.Statistisch gesehen ging alle 20 Minuten eine neue Klage ein. Seit Einführung der Arbeitsmarktreform vor fünf Jahren waren es bereits 86 000. „Hartz IV ist die größte Herausforderung in der Geschichte des Sozialgerichts, so Präsidentin Sabine Schudoma (50). Und die Klagen zu Hartz IV werden von Jahr zu Jahr immer mehr eine Trendwende ist nicht in Sicht. Am Sozialgericht „reparieren“ die Richter die Entscheidungen überforderter Jobcenter. Im Minutentakt! Am häufigsten gibt es Streit um die Übernahme der Kosten für Unterkunft. Immer mehr Betroffene wenden sich aber auch wegen Untätigkeitsklagen an das Gericht. Das passiert, wenn Jobcenter vorgeschriebene Bearbeitungsfristen nicht einhalten.

Übrigens: deutschlandweit waren ca. 270000 Hartz IV Bescheide im Jahr 2009 falsch. Rund die Hälfte aller Kläger bekam 2009 zumindest zum Teil Recht. Fast 80 % der Hartz-IV-Verfahren werden ohne Richterspruch erledigt. Wie man sieht lohnt sich Kontrolle und Klagen im Zweifels Fall immer. Auch sind fristgerechte Widersprüche und Überprüfungsanträge beim Job Center teilweise erfolgreich.

Wer Hilfe braucht beim Überprüfen seiner Bescheide vom Job-Center oder sonst Probleme hat mit dem Job Center kann sich vertrauensvoll an Aktiv im Kiez e.V. im Nachbarschaftsladen in der Sprengelstraße 15 wenden, Hilfe gibt es in Deutscher und Türkischer Sprache am

Mo. 13.00 bis 17.00 Uhr
Di.     9.00 bis 13.00 Uhr
Do. 14.00 bis 17.00 Uhr

Tel. 030/45977308

Wir helfen auch beim Ausfüllen von Formularen und schreiben von Widersprüchen.

 


"Bürgerbündnis gegen rechte Hassgewalt in Berlin-Mitte".

Mit einer Kundgebung gründete sich das "Bündnis Mitte gegen Rechtsextremismus" am 17. Oktober 2009 auf dem Rathausplatz Wedding.

Nach mehreren Übergriffen durch Rechtsextreme in Mitte, unter anderem auch gegen eine Kollegin aus dem Quartiersrat Sparrplatz, organisierten ca. 20 Gruppen kurzfristig eine Kundgebung, zu der etwa 150 bis 200 Menschen kamen.
Die Organisatoren waren angesichts der kurzen Zeitspanne, innerhalb derer sich die verschiedenen Gruppen organisiert hatten, durchaus zufrieden.
Etliche der Teilnehmer trugen sich in Info - Listen ein um bei weiteren Aktionen aktiv mitzumachen.
Konkrete und weiterführende Informationen können im
Nachbarschaftsladen, Sprengelstraße 15, Tel.: 030/45977308,
eingeholt werden.
Auch Aktiv im Kiez e.V. wird dem "Bürgerbündnis gegen rechte Hassgewalt in Berlin-Mitte" beitreten.                            Wir arbeiten mit vielen Migrantinnen und Migranten im Sprengelkiez zusammen. Einige von ihnen arbeiten aktiv im Vorstand des AiK mit.
Wir werden nicht zulassen das gegen unsere Freunde und Kolleginnen gehetzt wird und sie zudem tätlichen Angriffen ausgesetzt werden,  die auf ihre körperliche und seelische Unversehrtheit zielen!
In einem Wohngebiet, in dem über 57% der Menschen einen Migrationshintergrund haben, wollen wir vom Aktiv im Kiez e.V. Menschen unterschiedlicher Kulturen im Sprengelkiez zusammenbringen und gemeinsam unser Miteinander planen und organisieren. Eine wirkliche Integration, Anerkennung und Respekt kann es nur geben, wenn man sich auch kennt. Ein Kennenlernen ist nur möglich,  wenn Gespräche stattfinden. Unsere Projekte im Kiez sollen das Kennenlernen Gespräche und ein friedvolles Zusammenleben  fördern. Unsere Aktivitäten stellen eine klare Absage an Haß und Gewalt dar!

Wir fordern alle Bürgerinnen und Bürger auf, entschieden gegen rechte und wie auch immer „motivierte“ Gewalt aufzutreten.

 

TAUSCHRING - ZEIT statt GELD

 

Was ist ein Tauschring?

Jeder Mensch hat Fähigkeiten und Talente, die Spaß machen und die er gut beherrscht. Genauso hat jeder Mensch Aufgaben zu erledigen, die er nicht mag oder nicht so gut kann. Sinn des Tauschrings ist es, jedem Mitglied zu ermöglichen, seine Lieblingstätigkeiten anderen Menschen als Dienst zur Verfügung zu stellen und dafür als Gegenleistung die Dienste der anderen Mitglieder zu beanspruchen. Fähigkeiten und Stärken, die sonst gar nicht wahrgenommen werden, erhalten hier eine besondere Wertschätzung.
Der Austausch von Dienstleistungen und die gegenseitige Hilfe schaffen neue Kontakte im Kiez. Geld kann gespart werden, und trotzdem kann man Dienstleistungen in Anspruch nehmen, die man sich sonst nicht leisten könnte. Das verbessert die eigene Lebensqualität, und es macht Spaß!

Wie geht das nun?

An einen Tauschring können Einzelpersonen und Familien, teilnehmen. Getauscht werden Wissen, Talente und Fähigkeiten. Tauscheinheit ist die Zeit, die für die Dienstleistung verwendet wird. Diese Zeit wird in einer Verrechnungseinheit, die nur innerhalb des Tauschrings existiert, auf Konten verbucht. Im Tauschring können die Mitglieder ihre Gesuche und Angebote in einer Tauschringzeitung annoncieren.
Außerdem gibt es regelmäßig Treffen, auf denen sich die Mitglieder kennenlernen können. Genau so was brauchen wir im Sprengelkiez auch wieder.
Wer ist neugierig geworden und hat Lust einen Tauschring im Sprengelkiez mit auf zu bauen
Meldet euch einfach bei
Aktiv im Kiez e.V. im Nachbarschaftsladen in der
Sprengelstr. 15.
oder Tel. 030/45977308
oder e-mail: info@aktivimkiez.de


Lob der Engagierten am Beispiel Aktiv im Kiez e.V.

im Berliner Sprengelkiez

Wenn John F. Kennedys imperatives Paradigma “Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst“ auch für die Berliner Kieze und die gesamte Stadt in Anspruch genommen werden kann, so ist in Berlin eine Heerschar von Aktiven, Engagierten und Ehrenamtlichen unterwegs, deren soziale Wertschöpfungen für die Gemeinschaft gar nicht hoch genug geschätzt werden können.
Und wenn sogar deutsche Großsendegemeinschaften wie die ARD eine ganze Programmwoche unseren sozial wie ehrenamtlich engagierten BürgerInnen widmet, scheint das Thema in krisengeschüttelten Zeiten evidenter denn je. Wir wollen uns auch gar nicht vorstellen…“was passiert, wenn 23 Millionen freiwillige Helfer streiken…“ wie Thomas Stiller in seinem Film „Genug ist nicht genug“ fragen lässt. Tatsache ist, dass das soziale Engagement unserer Bürgerinnen und Bürger in den letzten Jahren stetig zugenommen hat -, nachweislich auch und gerade der Jüngeren! - und die Verweigerung des Engagements einem sozialpolitischen Supergau gleich käme.
Offen -auch in Zukunft - bleibt das Risiko, dass die sozial Engagierten dem Feld der Politik die Verantwortung abnehmen und als Lückenfüller des Sozialstaates dienen. Längst ist die Diskussion darüber entbrannt, ob die Zunahme des sozialen Engagements nicht den ehedem politisch gewollten und gesetzlich grundierten Sozialstaat aushöhlt und den Rückzug des Staates begünstigt.
Aber nicht um zu unken und zu spekulieren sind wir angetreten sondern um die tatsächlich Tätigen hervorzuheben. Ein Beispiel von vielen in unserem Sprengelkiez sei an dieser Stelle skizziert, der Verein Aktiv im Kiez e.V.

Im Mai 2002 gründeten engagierte BürgerInnen im Sprengelkiez den Verein „Aktiv im Kiez“ um die unsoliden Verhältnisse des Nachbarschaftsladens (damals noch in der Torfstraße ansässig) in Sachen Zugehörigkeit und Finanzierungsperspektiven zu beenden: der Verein „Aktiv im Kiez“ e.V. wurde Träger des Nachbarschaftsladens.
2004 erfolgte nach Einigungsgesprächen mit dem Verein „Gemeinsam im Stadtteil“ der Umzug in das inzwischen renommierte und bekannte SprengelHaus in der Sprengelstraße 15.
Seit dieser Zeit haben sich zahlreiche BürgerInnen u.a.an den Projekten und Veranstaltungen „Garten- und Wasserkiez“, „Der Kiezbote“, „Interkulturelles Kiezfrühstück“, „Nachbarschaftsfrauen“, „Arbeitslose helfen Arbeitslosen“, „Spieleabend“ beteiligt. Durch unsere Projekte soll das friedliche Zusammenleben der Bürgerinnen und Bürger unterschiedlichster Herkunft und die Integration von Migranten gefördert werden.
Kernstück des Vereins ist weiterhin die Mitarbeit im Nachbarschaftsladen mit seinen sach- und fragebezogenen Gesprächs- und Beratungsangeboten insbesondere für Migranten und Hartz IV – Antragssteller (Daten s.u. Events ) Darüber hinaus bieten wir ein vielfältiges Beratungsangebot und leisten konkrete Nachbarschaftshilfe.
Unser Ziel ist es, jeden Bewohner / jede Bewohnerin im Kiez mit einem niedrig-schwelligen Beratungsansatz Hilfestellung im Alltag anzubieten. Vor allem bisher schwer erreichbare Menschen im Kiez sollen einen Zugang zu uns finden.Wir achten darauf, eine unabhängige, überparteiliche und überkonfessionelle Unterstützung anzubieten.Dabei gehört für uns die Förderung von Toleranz, der interkulturellen Verständigung sowie des friedlichen Zusammenlebens zu den satzungsmäßig vereinbarten und erklärten Zielen!

Kontakt:
Aktiv im Kiez
im Nachbarschaftsladen im SprengelHaus
Sprengelstraße 15, 13353 Berlin
Tel. 030/459 773 08 / 453 107 19
e-mail aktivimkiez@web.de


Text: Siemen Dallmann/Herry Grünewald

 

 

 


 

 

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